Nur Lativen bis jetzt

Also so lang ich mich in meinem Wählerleben zurück erinnern kann, hatte ich noch nie Sonnenschein während des setzen des Kreuzes. Ich glaube heute wird ein guter Tag für die Piraten und noch als besonderes Schmankerl habe ich diese beiden Photos schießen dürfen:

Die Schwalbe hat 23.000km auf dem Tacho, die Simpson 21.000. Meine Mutter selbst fuhr in der „guten“ DDR dieses Model.

Da werden Erinnerungen wach 🙂

Hmm. Ok …

Warum jemand dem Router sagt, er möge doch eine IP und der Netzmaske /32 vergeben, sollte mir auch nochmal jemand erklären. Das da kein Routing möglich ist, und damit der kostenlose Internetzugang, … sollte eigentlich klar sein. Komisch, diese Hotelconfig …

… und da wurde es ein wenig später …

Ich fand mich mal wieder in Stuttgart wieder. Dieses Mal im Stadtteil Degerloch. Allerdings für nur drei Tage, was eigentlich ganz O.k ist, denn Stuttgart gehört nicht zu den Städten, in denen ich mich gerne aufhalte.

Mein Seinsei vom Aikido, Anita gab mir schon vor ein paar Wochen Adressen, wo ich noch trainieren kann. Denn das Dumme am Job ist ja, dass ich mein eigenes Dojo so gut wie kaum noch sehe. Also besuche ich Dojos in den jeweiligen Städten (wieder ein Vorteil, denn dann lernt man neue Techniken kennen). Damit war ein Abend bis 23Uhr verplant. Meinen zweiten Abend durfte ich bei einem verdammt guten Thailänder verbringen. Das Bild übrigens ist ein Vorgeschmack darauf. Allerdings wiedermal unscharf … . Ich bestellte also meine Suppe (die mit Kokosnuss) und mein Gericht (fragt mich bitte nicht nach dem Namen, auf jedenfall was mit Ente und grünem Chilli). Beim essen der Suppe kam eine Frau rein und setzte sich zwei Tische weiter (2m entfernt). Sie warf einen Blick in die Karte und da mir die Suppe so gut schmeckte (denn sie war sehr gut gewürzt), empfahl ich sie ihr. Nach kurzem Geplänkel lud sie mich zu ihrem Tisch ein, obwohl ich ja eigentlich zuerst wollte. Auf der anderen Seite wollte ich ja auch mein Juuni Kokki Buch lesen. Nun ich setzte mich also zu ihr. Wir kamen sogut ins Gespräch über alles mögliche (Beruf, Schule, Liebe, Sex, Philosophie (Linux/GPL und deren Auswirkungen auf das tägliche Leben)), dass die Zeit nur so dahin floß. Ehe wir uns versahen, war es 23:11Uhr. Man kann sich vorstellen, wie glücklich das Personal war, nachdem wir endlich beschlossen nach dem Tee aufzubrechen 🙂 Ich bin sicher, ein deutsches Restaurant hätte uns mit Sicherheit schneller raus bekommen 😉

Mal schauen, ob man sich mal wieder zum Kaffee trifft, aber vorher muss ich noch mal mit Martin essen gehen. Er treibt sich da schließlich ständig im Stuttgarter Raum rum 😉

Nachgebloggt

Also manchmal ist so ein Blog schon recht anstrengend. Nun laufe ich schon tagelang wochenlang mit blogfähigen Material mit mir rum und es wird umso schwieriger die zeitliche Einordnung beizubehalten. Wenn ich alles beisammen bekommen würde, wäre dieser Eintrag sicher zwei Seiten lang. Doch zu eurem Glück habe ich die Hälfte wieder vergessen.

Vor einigen Wochen war ich zum Beispiel in Hamburg und durfte diese Stadt ein wenig aus der Nähe kennenlernen. Eigentlich mochte ich Hamburg nicht wirklich, zuviel Wasser von oben, unten und den Seiten (je nach Windrichtung), doch im nachhinein muss ich sagen, sie könnte durchaus etwas sympathisches an sich haben, nicht dass ich dort wohnen wollte, aber als Terrorist Tourist , nee danke. Mein Glück außerdem war es, dass ich zum Alsterfest dar war, mein Pech, ich hatte nichts davon, denn ich musste wieder zurück nach Darmstadt. Die Speicherstadt mit der Modeleisenbahn hätte ich mir schon sehr gern angesehen. Des weiteren konnte ich auch noch das Auslaufen der Queen MaryII bestaunen um 22Uhr. Die Photos waren allerdings alle für /dev/null. Aber ein imposanter (wenn auch häßlicher) Anblick war es allerdings schon. Nur allzugern wäre ich einer der Passagiere gewesen. So ein Ausflug auf dem Meer hat sicher etwas angenehmes, so ganz ohne Internet Telephone und Co. … Allein das Buffet, ach ich darf garnicht daran denken.

Dann war da natürlich mein Rad, mein geliebtes Fahrrad. Ich erwarb es um mit S. und K. zu radeln bei bestem Wetter. Nach meiner Rückkehr aus Berlin schloß ich ein paar Versicherungen ab, die längst fällig waren, unter anderem auch das neue Rad. Nur zu dumm, dass es an diesem Tag bereits vor zwei Wochen das Rad den Besitzer wechselte. Unfreiwillig, versteht sich. Also hatte ich nun eine Versicherung für meinen Untersatz, aber keinen Untersatz. Welch eine Freude. …

Mitte August also wieder ein Neues, besseres, schöner, mit mehr Extras (nur das elektrische Schiebedach und den beheizten Sattel wollte sie mir nicht montieren). Naja, wenigstens habe ich meine zwei Scheinwerfer, zwei Satteltaschen für je 20Kg und einen luftgepolsterten Drahtesel Sattel mit Ventil zum aufpumpen. Mal schauen, wie lang es dieses Mal in meinem Besitz bleibt.

Und dann waren da noch die zwei Mädels, neulich beim einkaufen. Ich stand mit meinem Einkaufskorb im Teegut in Darmstadt, ordentlich in der Schlange eingereiht. Ich war ein wenig in Gedanken vertieft, nahm die Beiden aber durchaus war, stand aber mit dem Rücken zu ihnen. Dann sprach eine von ihnen sinngemäß: „Ich nehme mal hier eine Zeitschrift, sonst denkt er noch seltsames von mir“. Das konnte natürlich nur an mich gerichtet sein, also drehte ich mich um und frug, was ich denn so seltsam finden sollte. Da beantwortete wohl die Freundin die Frage und sprach: „Sie starrt dir auf deinen Hintern“. Ok. Da war ich ein wenig perplex. Ich konnte nur dumm darauf antworten: „Aber da gibt es doch garnichts“ Eine zugegebener maßen super dämliche Antwort, aber ich habe nie ein Flirt- Trainingscamp absolviert, von daher nahmen die beiden mir sämtliche Waffen ab. Ich sollte noch erwähnen, dass ich in der Tat eine Hose trug, die recht eng bemessen war 😉 Tja, dann ging es weiter. Sie meinten nämlich, dass sie nach einem perfekten Ehemann suchen würden und daher meinen Einkaufskorb, welcher auf dem Boden stand, ein wenig genauer betrachteten. Ich habe eine Vorliebe dafür mehr einzukaufen, als unbedingt notwendig. Also gingen beide davon aus ich sei bereits vergeben, tja, seit einiger Zeit bin ich wieder Solo 😉 (Mit My Red Lady verstehe ich mich aber weiterhin gut, falls sich einer fragt … 🙂 ..)

Die restlichen Sätze waren auch wirklich sehr unterhaltsam, insb. für die umstehenden Passanten, denn es vielen einige Sätze, die mich knallrot anlaufen ließen ^^

Die Beiden schwirrten mir noch tagelang im Kopf rum 😉

Tja, was gab es sonst noch so? Achja, zwei Sachen habe ich noch. Da wäre zum Beispiel das Großfeuer in Pfungstadt. Da brannte wiedereinmal das Reifenlager. An sich nichts besonders, da es dort jedes Jahr ein paar Mal brennt, doch dieses Mal war es heftig, man beachte das Bild von S. aus G. K. aus G.:

Ich war ja zu der Zeit in Düsseldorf, aber den Geruch konnte man nachwievor wahrnehmen, wenn man sich in der Umgebung befand. Die Hitze die davon ausging, war atemraubend, so sagt man, vom Gestank gar nicht zu sprechen.

Ein Video zeigt es anschaulich:

feuer pfungstadt – MyVideo

Wo wir schon bei Feuer wären, hatte ich auch einen kurzen Moment der leichten Aufregung. Im Hotel in Hamburg (ich wußte, da war noch was) gab es nämlich gegen 22Uhr Feueralarm. Doch ohne Feuer weit und breit. Zu dumm, dass die Sirene direkt über meiner Tür hing und einen abscheuchlichen Lärm veranstaltete. Die Blinklicher taten ihr übriges (fast wie in einem Film). Also schlappte ich nur leicht bekleidet mit eingezogenen Bauch und angespannten Muskeln mit scheinbarer Gelassenheit den Gang hinunter, vorbei an den fragenden Gesichtern der jungen, weiblichen Gäste (es fehlte nur ein wenig Blut und Dreck im Gesicht, weniger Haare auf dem Kopf und mehr auf der Brust, schon wäre ich als John McClain durchgegangen 😉 ..) und schaute nach, ob es unten irgendwo brannte. Nichts war … Doch für die Nachwelt habe ich mal 5 Sekunden aufgenommen:

So, ich glaube, damit hätte ich alles, soweit …

strange foreigner

… in Böblingen (bei Stuttgart) ging ich schnellen Schrittes gen Bahnhof entgegen um die Zeit vom Hotel bis zur S-Bahn zu ermitteln. Angekommen notierte ich mir die Zeiten als mich ein Mädel so um die 20-23 ansprach. Sie frug mich, ob ich einen Fahrkartenautomaten bedienen könnte, da sie leichte Probleme damit habe.

Ihr Auftritt hatte etwas befremdliches. Die dunkelblonden, gewellten Strähnen hingen schlaff herunter (angesichts der Temperaturen nicht weiter verwunderlich), die Wimperntusche unterstrich ihre zierliche, ja gar, zerbrechliche Figur. Einzig mit einer kleinen Reisetasche „bewaffnet“. Solche Mädels sind Land- auf. Land- ab zu finden, doch etwas noch sonderbareres fiel mir an ihr auf: sie zitterte am ganzen Leib. Ich habe wohl schon zu viele Krimi Serien gesehen und mein erster Gedanke, welcher mir durch die undurchsichtigen Windungen entlang glitt: Entzugserscheinungen.

Nach ein paar Irritationen am Automaten gelang es mir schließlich doch noch, die begehrte Karte aus ihm heraus zubekommen. Immernoch zitternd frug ich sie indirekt, ob sie nervös sei, was sie verständlicherweise bestätigte. Ich nahm ein Gespräch auf und erfuhr so, dass sie in der Kosmetikbrachne tätig sei und der Kundenkreis im Raum Stuttgart sei. Sie musste in einem Kaff ausharren in dem es kein „Nachtleben gäbe. Ich bildete mir ein dass sie ein wenig ruhiger wurde, was den ausgesprochenen Gedanken untermauern würde. 2:40 Minuten hat sie noch vor sich: ~2Uhr wird sie wohl in ihrer Stadt ankommen. Hoffe ich.

Ettlingen: ein Besuch, der sich lohnt

Einmal offline mehr, berichte ich aus dem idyllischen Städtchen Ettlingen, gleich um die Ecke findet sich Karlsruhe.

Wer in diese Stadt mit den etwas älteren Modellen der Straßenbahn einfährt und an der Haltestellen Erbprinz oder Stadtbahnhof seinen Fuß in die Stadt setzt, wird gleich von Unmengen von Blumen in Empfang genommen.

Ich gebe zu, ich habe ein Faible für Blumen aller Art, auch wenn es mir selbst nicht vergönnt ist, eben diese selbst zu halten. Um so mehr bewundere ich die Arrangements in den riesigen Blumenbottichen an den Straßenrändern, die Anlagen in den zahlreichen kleinen Parks, sowie die Gestaltung diverse Hauswände rankenden Schönheiten, wie auf einer meinen (Handy)Kamerabildern zu bewundern.

Im Augenblick sitze ich mit meinem tropfendem Eis (Yoghurt, Walnuss, Apfel)

in einem der Parks und fange an Wetten anzunehmen, ob das Kind es schafft, diese fiese Taube zu fangen, die einfach nichtmal sitzen bleiben kann, also, die Taube mein ich. Habe ich schon erwähnt, dass ich in der knalligen Sonne sitze? Und das im schwarzen Anzug -> Herrlich 🙂 Der Ipod dudelt vor sich hin die Kidz drehen auf dem Rad ihre Runden.

Leider war heute der letzte Tag des Kurses (ui, ein lärmender Ferrari fährt vorbei) und ich werde dieses kleine Städtchen vermissen.

Gestern sind meine Gewissensbisse so unerträglich geworden, sodass ich mich dazu überwunden habe, bei Sonnenschein joggen zu gehen (das Essen des Restaurants vom Schulungszentrum war einfach zu gut). Die richtige Entscheidung, wie sich nur kurze Zeit später herausstellte. Hinter dem Hotel führt ein Weg direkt in den Wald hinein und am Fuße stand ein älterer Backsteinturm, dessen Aufmerksamkeit er sich schon Montags sicherte.

Allein der Weg dorthin führte an wunder schön angelegten Gärten, mit interessanten Gebäuden (Oma hat gerade mit ihren Enkeln schwer zu kämpfen hihihi).

Am Eingang des Waldes am besagten Turm, fand sich ein Schild welches einen Wanderpfad

offenbarte. Er war für ein- einhalb Stunden ausgelegt und 2,5Km lang. Da dachte ich mir: da lauf ich lang. Nur zu dumm, dass ich wohl den Pfad bereits nach nur wenigen hundert Metern verlor und somit einen sehr steinigen Weg nahm, der nur eine Richtung kannte: nach oben.

Doch, zuvor gab es einen unglaublichen Blick auf das Tal. Dieser Teil des Weges nannte sich passender weise „Panorama Weg“

. Meine Handy Kamera konnte das definitiv nicht mehr schaffen und ich habe mir insgeheim Martin herbeigesehnt, mit seiner Eos.

(Die nächsten Kinder sind da und rennen schreiend zum Springbrunnen und stürzen sich auf die Wasserdüsen 🙂 ..)

Aus dem euphorischem Joggen ist nunmehr ein sehr angestrengtes Laufen Gehen geworden. Meine Lunge habe irgendwo am Fuße zurückgelassen und höre nur noch mein Keuchen, statt meiner geliebten Anime Soundtracks (Oma hat sich diesen Tag wohl anders vorgestellt: Kind Nr.2 ist nun am heulen). Aber was ein Waschechter IT’ler ist, der lässt sich davon nicht abhalten. Schließlich weiß er ja nicht, wann er sich das nächste Mal wieder so bewegen kann 😉

Irgendwann erreichte ich doch tatsächlich den Himmel Berggipfel und befand mich rund 360m über dem Meeresspiegel.

Ich startete mehrere Versuche meinen Rhythmus zu finden und zu joggen, aber es gelang mir nur schwerlich. Doch immerhin erreichte ich die nächste Ortschaft und begegnete ich vielen Mountain- Bikern, um deren Fahrrad ich sie doch beneidete. Es muss ein schönes Gefühl sein, da die Bergwege auf dem kürzesten Weg herunterzufahren 🙂 . Downhill – lautet hier das Schlagwort.

Ein- einhalb Stunden später war ich wieder im Hotel und trainierte noch ein wenig die Bauchmuskeln. Glücklich und zufrieden, aber absolut Müde fiel die Nacht entsprechend sehr kurz aus. Meine Beine können jetzt noch Geschichten darüber erzählen 😉 Nicht einmal ein dritter Besuch beim Chinesen war mir vergönnt. Dabei hat er so einen richtig guten grünen Tee extra für mich gebrüht 🙂

Stattdessen gab ich mich mit zwei Birnen und ein paar zuckersüßen Trauben zufrieden.

Die Tage sind viel zu schnell vergangen und ich werde auch die Köstlichkeiten aus den Restaurants nicht vergessen, die das Schulungszentrum bezahlte. Ich kann mir gut vorstellen, da nochmal privat hinzufahren, nur dieses Mal mit einem Rad vor Ort 😉

Ostern bei Muttern

nach längerer Abstinenz war ich mal wieder bei meiner Mutter und sind auch gleich mal mongolisch essen gegangen. In Mörlenbach hat vor einiger Zeit einer Neuer aufgemacht. Ich hätte nicht gedacht, zwei Tage hintereinander die Mongolen zu besuchen 😉

Und da sie auch länger nicht mehr im Kino war, haben wir auch gleich noch online Tickets gekauft und waren gleich noch bei Amazon shoppen. Das wird eine teure Woche 😉 Die Angst vor dem Mysterium Computer nimmt auch immer mehr ab und bald kann ich ihr einen hinstellen, in Form eines Laptops. Dank W-Lan kann sie dann auch bequem im Netz surfen.

Den Film, den wir sahen (und ich Depp habe mich angestellt und musste mich zu qualmen lassen, statt die Tickets aus dem Automaten zu ziehen), war „Pathfinder – Der Weg des Kriegers“ nicht wirklich berauschend, viel spritzendes Blut (meine Mom liebt Splatterfilme), aber eine teils furchtbare Kameraführung, bei der man instinktiv aufstehen wollte um weiter weg zu gehen, in der Hoffnung, mehr erkennen zu können.

Davon mal abgesehen war er sonst O.K, aber nichts, was man sich auf DVD holt, weder gekauft, noch „geliehen“. So richtig nervig fand ich Deppen hinter mir, die ihre Füße nicht vom Sitz lassen konnten und ständig gegen meinen Sitz traten :-/ .

In mein (sehr bequemes Gäste-)Bett bin ich auch erst um fünf gekommen, da sie auch noch 2000 Meilen unter dem Meer gesehen hat :-D. Bett und TV standen im selben Raum 😉 Naja, ich habe mir derweil ein neues Design verpasst, bzw, dem Laptop. Allerdings verträgt sich das schwarze Layout nicht im mindesten mit der Sonne, Balkon Terrasse sowie den weißen Hundehaaren, die hier überall rumfliegen. Daher abgespeichert und dann wieder zum Human Layout von Ubuntu gewechselt.

Morgen gehts wieder heim, aber vorher wird noch Thai gekocht. War gestern noch extra im Asia Markt und habe mal zwei Tüten an „Material“ besorgt. Mal schauen, was mir meine Mom so alles zeigt, schließlich steht Ende Mai wieder ein Treffen der Asia (Anime/Manga) Fangemeinde an. Ich habe nicht noch einmal Lust, mich von morgens bis nachts von Fleisch zu ernähren. Das macht meine Figur nicht nochmal mit 😉

Weischt Du! Streetlife

Was für ein wunderbarer Tag in München. Die Sonne scheint hell und warm, der ICE war fast leer und pünktlich zugleich, lernte erneut nette Menschen kennen und festigte auch bereits bestehende Vorurteile, bzw. sah sie erneut bestätigt.

Ich stieg zielsicher in die falsche S-Bahn ein und fuhr bis vor die Tore Münchens, bis ich meinen Irrtum erkannte. Nichts weiter tragisches, hatte ich doch nur acht Minuten zu warten, bis die ersehnte S-Bahn zurückfuhr und mich zum HBf beförderte.

Wartend stand ich auf dem Bahnsteig, wo ein paar pubertierende halbstarke ihren Humor und Sprachkentnisse verglichen, fanden sich unter ihnen, bzw, doch ein wenig abseits, zwei besonders herausstechende Subjekte Objekte, die scheinbar eine Konversation mit den anderen versuchten.

Die Kleidung der Beiden, der freche, kurze Haarschnitt sowie das singende schreiende Handy (was haben sich die Entwickler nur dabei gedacht, für das Ohr völlig untaugliche Lautstärken zu erlauben), mit nur allzuoffensichtlichen Texten und dem katastrophalen Satzbau (selbst für meine Verhältnisse), konnte ich sofort die dazu passende Schublade öffnen und sie hineinstecken.

Erfreulicherweise saßen sie mir gegenüber und der größere Schwachkopf Jungendliche erfreute den gesamten Wagon mit seiner Musik Denkweise, mit dem Handy als Leitfaden (In Japan Kult, nennt sich Karaoke). Da ich meine eigenen Gedaken nicht mehr so recht zu fassen bekam, bat ich ihn doch, seine Heiterkeit, zuzüglich Handy, ein wenig zu drosseln. Darauf hin sagte er, in einer mir unbekannten Sprache, etwas zu mir, aber aufgrund des Lärmpegels verstand ich nichts. Da sich mittlerweile auch sein Kollege mit in diese „Wortfetzen“ einband, gab ich mehrmals zu verstehen, dass ich ihre Sprache nicht verstand. Der Große sah dann wohl ein, dass er wirklich das Gerät leiser drehen müsse, um mir die Gelegenheit zu geben, zu verstehen, was die beiden mir mitteilen möchten.

Ich sollte noch anmerken (für den weiteren Akt der nun folgt), als sie einstiegen, gab der Große etwas von sich, was mich ein wenig schmunzeln ließ. Da ich dieser Artikulation und des Dialektes, wie er in Bayern vorstellig ist, nicht artgetreu wiedergeben kann, hier eine Fassung in hochdeutsch: „Wir leben hier in Deutschland und da wird deutsch gesprochen!“.

Es kam wie es kommen musste, sie fingen an sich mit mir zu „unterhalten“. Da wurden grundsätzliche Dinge geklärt wie „Was ist ein Neonazi“ und wie erkennt man eben diese (mangels Spiegel, hielt mein Kommentar zu dieser Frage lieber für mich) und ob ich mich denn für Politik interessieren würde. „Das könnte spannend werden“ dachte ich mir.

Das „tiefere“ Gespräch führte ich allerdings mit dem Kleinen, da sich der Große wohl nicht im Stande sah, meinen Sätzen zu folgen, aber, immerhin, er schaltete seine Minijukebox ab und steckte es in die mit Buttons reich verziehrte Brusttasche, bei der jeder Button Sammler vor Neid erblasen könnte. Einen von diesen zeigte er mir höchstpersönlich: „Skin and Punk“ stand auf diesem, nachdem wir den Kleiderstil erörterten. Wobei, ich glaube es war bei dem Thema, nachdem ich doch erwähnte, dass Nazis in erster Linie Rassisten seien. Dabei sprach dieser wieder ein paar Worte und grüßte den europäischen Mitbürger, der am Eingang stand. „Er hasse keine Ausländer“ meine ich verstanden zu haben. Er sprach auch sehr erheitert von „White Power“ (ah, er mag wohl Letheal Weapon II(I?) „Sie können nicht nach Südafrika, sie sind schwarz!“) und zeigte darauf hin auf seine weißen Schnürsenkel. Der Sinn erschloß sich mir aber nicht.

Sein Kollege hat sich derweil einen Platz neben mir ausgesucht, für ein tiefergehendes Gespäch, und ich erkannte kristallklar, das eine od. andere Bier wird sicherlich der Rhetorik sehr abträglich sein.

Wir unterhielten uns ein wenig über Ansichten, Respekt und dass er vor niemandem Respekt habe, vor allem nicht einem wie mir. Schuld an diesem Umstand, den ich „wirklich“ zu tiefst bedaure, sind meine Haare, bzw. ihre Länge.

Ihm den Unterschiede zwischen Geschmack und Respekt zu erläutern schlugen fehl und der junge Schläger Herr wurde in seinen Antworten von seinem Freund mit Kommentaren bestärkt: „Du redest da hat er das Maul zu halten, sonst polier ihm die Fresse“ . Allerdings gab der Kleine des öfteren Bitten ab, der Große möchte doch bitte die „Fürze“ halten, was auch immer das für ein Wort sein mag, doch es half nicht wirklich. Ich nehme mal an, soviel aneinanderhängende Worte konnte er schon lange nicht mehr sprechen, sodass er wohl froh darüber war, es noch, sicherlich aus seiner Sich, zu können. Das wollte er sich natürlich nicht entgehen lassen.

Doch richtig unterhaltsam wurde es, als der Jüngere Intelligentere von beiden Wörter wie „Streetlife“ in einem „Satz“ fallen ließ. So eine wunderbaren Vorlage konnte ich natürlich nicht widerstehen, als frug ich, was denn dieses „Streetlife“ bedeute. Er musste noch Worte fassen und antwortete stattdessen mit einer Gegenfrage, ob ich wohl dumm sei, und kein Englisch könne. Es war wohl mehr eine Feststellung, als eine Frage. Ich ließ nicht locker und wollte herausfinden, was denn nun der Kern der Aussage sei, und bat ihn die Worte auf deutsch wieder zu geben. Was folgte war die pure Stille meines Kontrahenten. Ich könnte es mir eingebildet haben, aber ich meine ein kichern der übrigen Fahrgäste vernommen zu haben, die äußerst interessiert am Gesprächsablauf passiv teilnahmen.

Was später folgte war nur das, was ich mir schon dachte. Er fand keine Antwort und griff nun zum Wortschatzbuch, welches noch weiter unten im Sumpf stecken musste.

Der Große wurde nun allzuoffensichtlich des Gesprächs überdrüssig, an welchem er ohnehin kaum teilnehmen durfte, und drohte dann doch lieber mit Prügel. Da mir so schon ein klein wenig mulmig war, war ich nicht sonderlich erpicht darauf, eine Prügelei mit zwei angetrunkenen *Nazis, bei denen sich Hitler was schämen würde, anzufangen, führte ich das Gespräch mit dem Kleinen weiter und ließ den Großen einfach links liegen.

Desweiteren sind meine Aikido Fähigkeiten noch zu frisch und noch nicht tief genug im Unterbewußtsein verankert, als dass ich es riskieren würde, zumal ich in voller Reisemontur (Koffer, Rucksack Laptop) da saß. Und inwieweit die Umstehenden eingegriffen hätten …. da war ich doch ein wenig erleichtert meine Station erreicht zu haben.

Fazit: Egal ob in Nazitracht oder im Anzug: Das Hirn hat den Evolutionsgrad einer Amöbe nie erreicht.